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Schreiben kann doch jeder – warum nehmen Texter dann so hohe Preise?

Im Grunde könnte in der Überschrift statt “Texter” auch “Dienstleister” stehen. Denn das Grundproblem ist und bleibt: Geiz ist geil und für viele Menschen leider auch Alltag. Allerdings herrscht gerade im Segment der Dienstleistungen, die vermeintlich jeder erledigen kann, ein Preiskampf, der seinesgleichen sucht. Meine Erfahrung ist hier: Je größer die Firma, desto geiziger ist sie. Kleinere Unternehmen scheinen eher bereit zu sein, für Qualität einmal, dafür aber richtig zu investieren.

Wie jetzt – Gehalt?

Portale wie MyHammer oder Textbroker haben im Texterbereich dafür gesorgt, dass die Nennung eines realistischen Stundensatzes beim Kunden oft zu einem ungläubigen Stirnrunzeln führt. Bewirbt sich Textine auf ein ihr interessant erscheinendes Projekt, kommt häufig eine Antwort im Stil von: “Ihre Qualifikationen sind durchaus passend und Ihre Referenzen beeindruckend, nur was genau meinen Sie mit Gehalt?”

Ein Beispiel aus meinem Alltag: Eine Unternehmensberatung in München suchte für ihren Social Media-Bereich einen “kreativen Texter für 10-25 Stunden im Monat”. Die Anforderungen waren angemessen und wie auf mich zugeschnitten, also setzte ich mich am Sonntagabend hin und schrieb eine knackige Bewerbung. Prompt erhielt ich am nächsten Morgen die Bitte um die Angabe meiner Gehaltsvorstellung. Nach Rücksprache mit zwei Kolleginnen veranschlagte ich einen durchaus realistischen Stundensatz, der sowohl meine Arbeitszeit abdeckte als auch meinen Kompetenzen gerecht wurde. Die Antwort darauf erfolgte ebenso prompt wie die erste: “Leider zu teuer.” Nun gut, ich bin ja durchaus kompromissbereit, also fragte ich einmal nach, was denn ihrer Meinung nach ein geeigneter Satz wäre. Antwort: “Wir sind momentan bei 12 Euro pro Stunde. Brutto.”

Rechenspiele

Mal kurz nachgerechnet. Von 12 Euro bleiben dem Texter nach Abzug der Steuer nicht einmal 10 Euro übrig. Wieviele Stunden muss er also arbeiten, um von einem solchen Preis seine Miete, seine Nebenkosten, seine Krankenversicherung, seine Sozialversicherung und seinen Lebensunterhalt bezahlen zu können? Die Firma, die für die Münchner Unternehmensberatung suchte, entschuldigte dies damit, dass sie ja eine “Zeitarbeitsfirma für Young Professionals” sei. Braucht demnach ein Absolvent in seinem ersten Job weniger Geld als ein erfahrenerer Texter?

Wenn ein Rohr platzt, wird ein Profi geholt und auch, wenn einem der Preis zu hoch erscheint, wird er zähneknirschend bezahlt. Wenn es jedoch um die eigene Website geht, macht der Neffe, der Photoshop schon mal von weitem gesehen hat, die Grafik, und die Tochter der Nachbarin die Texte, weil sie auf dem Gymnasium Deutsch im Leistungskurs hat. Weil: schreiben kann doch jeder, da muss ich keinen teuren Texter beschäftigen.

Sind Texterinnen einfach zu billig?

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass besonders wir Frauen dazu neigen, zu niedrige Preise zu kalkulieren. Es ist wie überall im Leben: gute Qualität kostet Geld, weil dahinter Erfahrung, Kompetenz und Leistung stehen. Wer billig kauft, kauft zweimal. Auch im Textbereich. Also, kommen Sie gleich zum Profi. Kommen Sie zu mir.

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7 comments to Schreiben kann doch jeder – warum nehmen Texter dann so hohe Preise?

  • zero

    Sehr Bedauerlich.

    Offenbar gibt es zu viele Menschen, die akzeptabel formulieren können, doch ohne akzeptable Bezahlung auskommen können. Die von ihnen erreichbare Qualität (und darunter mögen ja durchaus Gemmen sein) bestimmen dann das Niveau. Denn jeder, der mehr bezahlt, zahlt dann gleich Größenordnungen mehr – und, ja, das wiederum zahlt sein Abnehmer nicht.

    Frustrierend.

    Alles Gute, z.

  • Diese Erfahrung dürfte zu den prägendsten bei allen freien Textarbeitern gehören. Nicht nur bei den PR-lern und Öffentlichkeitsarbeitern, sondern auch bei Journalisten. Ich habe neulich via Mail mit einer Paderborner Firma verhandelt, die noch dieses (!) Jahr zwei (!) Firmenschriften größeren Umfangs geghostet haben wollte. Nach der vierten Mail, in der ich nicht wesentlich von meinem Angebot abweichen wollte, herrschte Funkstille aus Richtung OWL…

    Gruß,
    CT

  • Einfach ein Fall von Überangebot. Es gibt marktwirtschaftlich gesehen zu viele Texter, da fällt einfach der Preis. Bei Textbroker und Co. verramschen die Leute ihr Talent. Meines Erachtens gibt es da aber einen Qualitätsunterschied. Man findet immer jemanden, der auch für 1 Cent Honorar pro Wort schreibt. Richtig gute Qualität kostet aber mehr. Das Spiel einfach nicht mitspielen. Wenn zu wenig gezahlt wird, einfach von sich aus “Danke, nicht interessiert” sagen.

  • > Die Firma, die für die Münchner Unternehmensberatung suchte, entschuldigte dies damit, dass sie ja eine “Zeitarbeitsfirma für Young Professionals” sei.

    Das ist ein allgemeines Leiharbeits-Elend. Wer sich für eine Festanstellung bewirbt, sollte dies nicht gerade über eine Leihbude tun, jedenfalls bis gleicher Lohn für gleiche Arbeit gilt. Und das wird frühestens nach der nächsten Bundestagswahl was, wenn überhaupt (Zustand der SPD und so).

    Werden auf Myhammer jetzt auch Festanstellungen vertickt?

  • bee

    Immer daran denken: Texter sind die Pianisten unter den Klavierspielern.

  • Leider, leider, liebe Kollegin. Wahre Worte.

    Hatte letztens auch mal was in die Richtung geschrieben: Warum man mit Werbetext ganz viel Geld sparen kann. Oder: BWL für Fortgeschrittene (http://textblog.profi-news.de/index.php?/archives/39-Warum-man-mit-Werbetext-ganz-viel-Geld-sparen-kann.-Oder-BWL-fuer-Fortgeschrittene.html).

    Fazit: Geld ausgeben lohnt. Und nur gut gelaunte (ordentlich bezahlte Werbetexter) machen dann auch gute Arbeit. Oder? ;-)

  • admin

    @tom: Absolut richtig. Geld ist und bleibt eben auch eine Motivation für Kreativität.

    @bee: Stümmt. :)

    @Irene: Dass es sich um eine Leihfirma handelte, war auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Das Portal sieht aus wie eine ganz normale Jobbörse. Und sie suchten ja gezielt nach einem Texter auf Stundenbasis, also gehe ich als Freie davon aus, dass sie auch freie Texter suchen. Ich habe mich da nicht auf eine Festanstellung beworben. Bei MyHammer werden inzwischen auch schon Textaufträge eingestellt und die freien Texter unterbieten sich dann gegenseitig.

    @Jürgen: Es gibt eher zuviele Leute, die eine Tastatur halten können und sich darum als Texter bezeichnen. Das qualitativ wirklich hochwertige Segment der Texter ist sehr übersichtlich. Und ja, ich lehne solche “Angebote” ab.

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