Categories

A sample text widget

Etiam pulvinar consectetur dolor sed malesuada. Ut convallis euismod dolor nec pretium. Nunc ut tristique massa.

Nam sodales mi vitae dolor ullamcorper et vulputate enim accumsan. Morbi orci magna, tincidunt vitae molestie nec, molestie at mi. Nulla nulla lorem, suscipit in posuere in, interdum non magna.

Stuttgart 21: Social Media als schnelle und unzensierte Informationsquelle

Der Streit um Stuttgart21, kurz S21, ist weit mehr als “nur” der Streit um ein überteuertes Bahnprojekt. Es soll hier aber weder darum gehen, inwieweit die Argumente der einen oder der anderen Seite berechtigt sind, ob ich für oder gegen S21 bin. Ich möchte berichten, was an diesem 30.09.2010 für mich passiert ist.

Auf meinem privaten Twitteraccount folge ich rund 300 Menschen. Irgendwann am Donnerstag Mittag kam Unruhe auf in meiner Timeline, von Demonstration und Eskalation war die Rede. Davon, dass man sich Sorgen um diejenigen mache, die vor Ort seien. Auch zwei meiner Follower waren im Schlosspark, einer von ihnen unter 18 Jahre alt.

Die Unruhe setzte sich fort, die ersten Bilder tauchten auf, darunter das, was um die Welt ging mit dem älteren Herrn, der mit blutigen Augen und gestützt den Platz verließ. Spätestens an diesem Punkt dachte ich: Was ist da los?

Gezielte Suche

Twitter bietet die Möglichkeit, über die Suche nach Hashtags genau das zu finden, was man sucht. Also suchte ich nach #s21 und wurde von einer unglaublichen Flut von Tweets überströmt. Zeitweise hatte ich das Gefühl, die Timeline kommt gar nicht so schnell hinterher, wie die Leute twitterten. Schnell kamen neben den Bildern und ersten Filmen auf Youtube auch Livestreams aus den Bäumen im Schlosspark.

Auch am Freitag und dem darauf folgenden Wochenende kehrte mitnichten Ruhe ein. Immer mehr Informationen, Augenzeugenberichte, Blogbeiträge wurden unter dem Hashtag #s21 weitergereicht. Das Bundestagsfernsehen hatte vermutlich selten so viele Zuschauer über Phoenix und per Livestream wie am Morgen des 1. Oktober, als die Linke einen Antrag stellte, die Ereignisse in einer Aktuellen Stunde im Bundestag zu besprechen.

Medien 1.0 zögerlich

In den “herkömmlichen” Nachrichten hingegen war es am Donnerstag sehr ruhig, in den meisten Nachrichten war der Protest um Stuttgart 21 auf Platz 4 oder 5 in der Reihenfolge zu finden. Als Stefan Mappus jedoch versuchte, das harte Vorgehen der Polizei mit angeblichen Steinewerfereien aus Reihen der Demonstranten zu rechtfertigen, brach ein Sturm der Entrüstung in den Social Media, vor allem auf Twitter, aus. Das Ende vom Lied war: Mappus musste die Äußerungen zurücknehmen.

Mein Fazit

Was mir persönlich dieser Tag und die nun stattfindende Schlichtung zeigen, ist: Es ist heute nicht mehr so einfach, die Medien zur Täuschung und Vortäuschung falscher Tatsachen zu nutzen. Besonders die Kanäle von Social Media ermöglichen dem geneigten und interessierten Leser eine umfassende, ungefilterte und vor allem unzensierte Recherche. Was es dazu braucht, ist ein wenig Geduld und Medienkompetenz, denn auch hier tummeln sich natürlich die üblichen Verdächtigen. In der Regel wird man jedoch belohnt, indem man genau die Informationen wirklich bekommt, die man sucht, ohne darauf angewiesen zu sein, dass sie durch die klassischen Medien zur Verfügung gestellt werden. Einen Livestream aus dem Baum kann man eben schlecht manipulieren.

Hier eine Linkliste zum Thema von carta.info.

Ihnen hat dieser Post gefallen? Teilen Sie ihn!

1 comment to Stuttgart 21: Social Media als schnelle und unzensierte Informationsquelle

  • bee

    Stuttgart 21 ist nach der Loveparade der zweite Beweis für die Organisations- und Informationsmöglichkeiten sozialer Medien,.für die Leistungsfähigkeit zur Echtzeitkommunikation, für die Überlegenheit gegenüber konventionellen elektronischen Einwegmedien. Es ist aber auch wieder ein Nachweis für die Arroganz arrivierter Medienkonzerne, die Handlungsfähigkeit von sozialen Medien infrage zu stellen, sich schon einer teilnehmenden Beobachtung zu verweigern (was für den Anfang ausreichen sollte, das wurde bisher auch an anderer Stelle stets mit süffisantem Unterton so kommentiert) und erst danach die Ergebnisse der Gegenöffentlichkeit als eigene Recherche zu verarbeiten – mit allen journalistischen, juristischen, publizistischen Konsequenzen. Die klassischen Medien haben sich vor dem Prozess des Umlernens gesträubt, sie haben ihre Rolle ironisiert, aufgeblasen und absolut gesetzt. Sie werden über die Klinge springen, wenn sie nicht begreifen, dass sie zu ihren Kernaufgaben gezwungen werden. Nunc est bibendum.

Leave a Reply

  

  

  

You can use these HTML tags

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>